Die Imkerei befindet sich im Wandel. Neben traditionellem Wissen nutzen viele Imkerinnen und Imker heute moderne Technologien, um ihre Völker noch besser zu betreuen. Ein spannendes Beispiel dafür ist die sogenannte präzise Imkerei, auch bekannt als Precision Beekeeping. Dabei kommen Sensoren zum Einsatz, die rund um die Uhr Daten aus dem Bienenstock liefern, ohne das Volk zu stören.

Gemessen werden unter anderem Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Gewicht und – je nach System – auch akustische Signale. Diese Daten lassen sich per App oder Webportal abrufen und auswerten. So erkennt man sofort, wenn sich im Bienenstock etwas verändert.

Ein stabiles Temperaturprofil von etwa 34 bis 36 Grad zeigt an, dass sich Brut im Stock befindet und das Volk aktiv ist. Fällt die Temperatur plötzlich ab, kann das auf ein Problem hinweisen, zum Beispiel auf das Fehlen der Königin oder ein geschwächtes Volk. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine große Rolle. Ist sie zu hoch, kann sich Schimmel in den Waben bilden. Ist sie zu niedrig, leidet die Brutpflege. Das Gewicht des Bienenstocks ist ebenfalls ein wichtiger Messwert. Es zeigt an, wie viel Nektar eingetragen wird, wann die Honigernte bevorsteht oder ob das Winterfutter zur Neige geht. Ein plötzlicher Gewichtsverlust im Frühjahr kann beispielsweise ein Hinweis auf einen Schwarm sein, bei dem ein Teil des Volkes den Stock verlässt. Einige Systeme analysieren zusätzlich die Geräusche im Bienenstock. Je nach Summfrequenz lassen sich Rückschlüsse auf Unruhe, Schwarmstimmung oder sogar auf den Gesundheitszustand des Volkes ziehen.

Moderne Sensorik bietet viele Vorteile. Sie ermöglicht eine schonendere Betreuung, verringert unnötige Eingriffe und hilft dabei, Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor sie dem Volk ernsthaft schaden. So gehen traditionelle Imkerei und moderne Technik Hand in Hand und schaffen eine nachhaltige Grundlage für gesunde Bienenvölker.